Cultura e tradizione - Kultur und Tradition

Die Holzschnitzkunst in Gröden

Die Holzschnitzkunst von Gröden, hat dem Tal Wohlstand gebracht, denn sie hat viele Familien mit Arbeit versorgt. Noch heute handelt es sich um einen Schlüsselbereich der Wirtschaft und die Skulpturen gehören nicht nur zum Kulturerbe Grödens, sondern sind auch weltweit in aller Munde.

 

Die Holzschnitzkunst in Gröden beginnt im 17. Jh. und versuchte den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen etwas entgegenzuhalten. Dank der Familien Trebinger und Vinazer, die an der Kunst- und Bildhauerakademie studierten und so dem Kunsthandwerk in Gröden seine Identität gaben, konnte sich diese Tätigkeit ausbreiten.

 

Die Familien, die einen künstlerischen Titel hatten, stellten in Auftrag gegebene Kunstwerke für Kirchen her. Grödner aus bäuerlichen Familien spezialisierten sich auf die Herstellung von Spielzeug und kleinen Krippenfiguren.

 

Zwischen dem 17 und 18. Jh. wurden die kunsthandwerklich hergestellten Erzeugnisse von den Bildhauern selbst oder in Kastelruth, Villnöß, Bozen, Brixen oder Bayern bemalt. Erst gegen Ende des 18. Jh. erreichte das Grödner Kunsthandwerk sein hohes Qualitätsniveau, nämlich als sich Einheimische professionell dem Bemalen und Vergolden von Skulpturen widmeten.

 

Gegen Ende des 19. Jh. erlebte das Grödner Kunsthandwerk seine Blütezeit, die zu einem Verkaufsboom in Europa und Amerika führte. Damals entstand der Beruf des Wanderhändlers. Viele Grödner gingen ins Ausland und brachten es zu Reichtum. Gleichzeitig allerdings griff ein anderes soziales Phänomen um sich, und zwar der Fortgang der erwachsenen Kinder ins Ausland, die beim Handel halfen und es zu wohlhabenden Kaufleuten bringen wollten.

 

Die Idee von Rudolf Eitelberger stand Pate, als 1872 eine Holzschnitzschule in St. Ulrich gegründet wurde, die nicht nur den Erzeugnissen selbst zu höherer Qualität verhalf, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen für die unterbezahlten Bildhauer nach sich zog. 1894 wurden in St. Christina eine Privatschule und 1908 in Wolkenstein die Berufsschule Kaiser Franz Josef ins Leben gerufen.
Die zweite Hälfte des 20. Jh. war bestimmt von der industriellen Be- und Verarbeitung von Holz, was jedoch keine Gefahr für die Kunst und das Kunsthandwerk der Grödner Erzeugnisse und ihre Kunsthandwerker darstellte.

 

1969 beschloss eine Gruppe Grödner Bildhauer bei der Bozener Handelskammer eine international eingetragene Schutzmarke ins Leben zu rufen. Zu dieser Initiative kam es, um ausschließlich handgearbeitete Skulpturen unterscheiden und Fälschungen ausschließen zu können.

 

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